Briefe als Kommunikations- und Strukturelemente in der ›Virginal‹. Reflexionen mittelalterlicher Schriftkultur in der Dietrichepik

Verfasser / Beitragende:
[Timo Reuvekamp-Felber]
Ort, Verlag, Jahr:
2003
Enthalten in:
Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur, 125/1(2003-06-23), 57-81
Format:
Artikel (online)
ID: 378847155
LEADER caa a22 4500
001 378847155
003 CHVBK
005 20180305123313.0
007 cr unu---uuuuu
008 161128e20030623xx s 000 0 ger
024 7 0 |a 10.1515/BGSL.2003.57  |2 doi 
035 |a (NATIONALLICENCE)gruyter-10.1515/BGSL.2003.57 
100 1 |a Reuvekamp-Felber  |D Timo  |u Köln 
245 1 0 |a Briefe als Kommunikations- und Strukturelemente in der ›Virginal‹. Reflexionen mittelalterlicher Schriftkultur in der Dietrichepik  |h [Elektronische Daten]  |c [Timo Reuvekamp-Felber] 
520 3 |a In den vergangenen Jahren sind in medien- und kommunikationsgeschichtlichen Studien volkssprachliche Texte des Mittelalters als Zeugnisse einer medialen Umbruchszeit interpretiert worden. Im Mittelpunkt dieser Forschungen steht das Verhältnis zwischen dem Schrifttext, der für die in eine kulturprägende Oralität eingebundene laikale Adelsgesellschaft eine mediale Neuerung darstellen soll, und traditionellen körpergebundenen Kommunikationsformen. Als Gesetzmäßigkeit lasse sich für alle medialen Umbruchsphasen in der Geschichte der Menschheit formulieren, daß das neue Medium sich zuerst dem alten unterordne und erst in einem zweiten Schritt seine eigenen innovativen Möglichkeiten entwickele. So sei der Computer anfangs wie eine Schreibmaschine benutzt worden, habe der Buchdruck die Erscheinungsformen der Handschriften simuliert und blieben schließlich die volkssprachlichen Texte des Mittelalters auf die Körper als traditionelle Modi der Kommunikation bezogen. In dieser Perspektivierung erscheint die ›höfische‹ Literatur als Schauraum, in dem das alte Medium körpergebundener Kommunikation, das während des gesamten Mittelalters wichtigstes Interaktionsmedium des Laienadels sei, von mittelalterlichen wie modernen Rezipienten in seinen Erscheinungsformen, seiner Relevanz und seiner Verbindlichkeit mit distanzierter Reflexion beobachtet werden kann. Die ›höfische‹ Literatur beobachte und reflektiere weder in ihrer Genese noch in ihrer Entwicklung ihre eigene Literarizität, noch lote sie diese in ihren Möglichkeiten aus, sondern seziere minutiös körpergebundene Interaktionsmuster. Mehr noch: indem die volkssprachliche Literatur den abwesenden Körper vergegenwärtige und in der Beobachtung präsent halte, erweitere die Schrift lediglich die personalen Kommunikationsprozesse und setze diese fort. Es gebe eine Assimilation der Texte an die Kommunikationsprozesse der Oralität und der raumgebundenen Körper. 
540 |a © Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2003 
773 0 |t Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur  |d Walter de Gruyter GmbH & Co. KG  |g 125/1(2003-06-23), 57-81  |x 0005-8076  |q 125:1<57  |1 2003  |2 125  |o BGSL 
856 4 0 |u https://doi.org/10.1515/BGSL.2003.57  |q text/html  |z Onlinezugriff via DOI 
908 |D 1  |a research article  |2 jats 
950 |B NATIONALLICENCE  |P 856  |E 40  |u https://doi.org/10.1515/BGSL.2003.57  |q text/html  |z Onlinezugriff via DOI 
950 |B NATIONALLICENCE  |P 100  |E 1-  |a Reuvekamp-Felber  |D Timo  |u Köln 
950 |B NATIONALLICENCE  |P 773  |E 0-  |t Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur  |d Walter de Gruyter GmbH & Co. KG  |g 125/1(2003-06-23), 57-81  |x 0005-8076  |q 125:1<57  |1 2003  |2 125  |o BGSL 
900 7 |b CC0  |u http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0  |2 nationallicence 
898 |a BK010053  |b XK010053  |c XK010000 
949 |B NATIONALLICENCE  |F NATIONALLICENCE  |b NL-gruyter