Das Opfer völkerrechtlicher Verbrechen: Die Stellung der Verbrechensopfer vor dem Internationalen Strafgerichtshof

Verfasser / Beitragende:
[Christoph J. M Safferling]
Ort, Verlag, Jahr:
2003
Enthalten in:
Zeitschrift für die Gesamte Strafrechtswissenschaft, 115/2(2003-09-24), 352-384
Format:
Artikel (online)
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520 3 |a Völkerstrafrecht ist nicht erst seit dem In-Kraft-Treten des Römischen Statuts zur Errichtung eines Internationalen Strafgerichtshofes (im Folgenden: IStGH) am 1. Juli 2002 strafrechtliche Realität. Die kriegerischen Konflikte auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien und Ruandas werden bereits seit Mitte der neunziger Jahre auf der Grundlage einer Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen strafrechtlich aufgerollt. Das unsägliche Leid der vielen tausend Opfer ist dabei mitursächlich für die politische Bereitschaft, diese Form der Kriminalität auf internationaler Ebene zu verfolgen. Die Rolle der Opfer im internationalen Strafverfahren ist andererseits, wie die Arbeit der beiden ad-hoc-Tribunale zeigt, praktisch wie theoretisch ungeklärt. Beschränkt sich die Rolle des Opfers darauf, dem Staatsanwalt als Belastungszeuge zu dienen? Oder gelingt im Völkerstrafrecht die Integration des Opfers als Verfahrensbeteiligter? Bei den folgenden Gedanken zu einer Viktimologie des Völkerstrafrechts - im Sinne einer genuinen Opferforschung - wird als materieller Bezugspunkt Art. 5 des Römischen Statuts für den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH-Statut) und die darin enthaltenen drei Verbrechenstatbestände, die verfolgt werden können, gewählt; das sind namentlich Völkermord (Art. 6 IStGH-Statut), Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Art. 7 IStGH-Statut) und Kriegsver-brechen (Art. 8 IStGH-Statut). Ziel dieses Beitrages ist es, das Opferverständnis hinsichtlich der Opferbeteiligung in das Römische Statut zu integrieren. Es wird die durch völkerstrafrechtliche Delinquenz verursachte primäre Viktimisierung auf Völkerstrafrechtsebene untersucht, um so eine sinnvolle Opferbeteiligung im internationalen Strafverfahren ermitteln zu können. 
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