Leon von Synada und Liudprand von Cremona. Untersuchungen zu den Ost-West-Kontakten des 10. Jahrhunderts

Verfasser / Beitragende:
[Sebastian Kolditz]
Ort, Verlag, Jahr:
2003
Enthalten in:
Byzantinische Zeitschrift, 95/2(2003-04), 509-583
Format:
Artikel (online)
ID: 378878654
LEADER caa a22 4500
001 378878654
003 CHVBK
005 20180305123426.0
007 cr unu---uuuuu
008 161128e200304 xx s 000 0 ger
024 7 0 |a 10.1515/BYZS.2002.509  |2 doi 
035 |a (NATIONALLICENCE)gruyter-10.1515/BYZS.2002.509 
100 1 |a Kolditz  |D Sebastian  |u Leipzig 
245 1 0 |a Leon von Synada und Liudprand von Cremona. Untersuchungen zu den Ost-West-Kontakten des 10. Jahrhunderts  |h [Elektronische Daten]  |c [Sebastian Kolditz] 
520 3 |a Eine Untersuchung der diplomatischen Kontakte zwischen östlichem und westlichem Kaisertum im 10. Jahrhundert kann praktisch nur auf zwei umfangreichere Quellen zurückgreifen: den Legationsbericht des Liudprand von Cremona und die Briefe des byzantinischen Metropoliten und Synkellos Leon von seiner Westreise 996/998. Beide Texte sind keine offiziellen Dokumente, wie sie für das 9. Jahrhundert noch in beachtlicher Dichte vorliegen, aber sie geben daher nicht nur den Ereignissen, sondern auch Haltungen, Motivationen und individuellen Wahrnehmungen breiteren Raum, so daß sich ein in Teilen lebendigeres Bild dieser Diplomatie eruieren läßt. Dagegen treten theoretische Prämissen deutlich zurück. Selbst bei Liudprand, im Umgang mit dessen Legatio starke quellenkritische Vorbehalte nicht unberücksichtigt bleiben dürfen, wird die "Zweikaiserfrage" nur an wenigen Stellen Gegenstand, und Leon vermeidet offenbar jede Äußerung dazu. Dabei wäre eine Auseinandersetzung mit "unverschämten" Ansprüchen des Westens auf die Basileia ein rhetorisch für ihn sicher ebenso angemessener Stoff gewesen wie die Verdammung des Philagathos. Im Vergleich beider Autoren ergeben sich zudem interessante Parallelen: beide haben ein ambivalentes Rom-Bild, beide können persönliche Feindbilder wirkmächtig stilisieren und mit politischen Argumenten vernetzen, vor allem aber entwickeln beide wirkungsvolle Mechanismen zur Verdrängung einer faktischen Zwangssituation und erwecken die Illusion, unabhängig handeln zu können oder mindestens rhetorische Überlegenheit gezeigt zu haben. Das hat in der Literatur nicht selten zu einer Überbewertung ihrer tatsächlichen politischen Rolle geführt. So dürfte Leon von Synada bei der Erhebung seines persönlichen Feindes Johannes Philagathos zum Gegenpapst 997 in Rom kaum mehr als eine legitimatorische Funktion zugekommen sein, obgleich er für sich in Anspruch nimmt, das ganze Geschehen initiiert und (zunächst) erfolgreich zum Ergebnis geführt zu haben. Stattdessen lassen sich durchaus Gründe für ein Zerwürfnis zwischen Otto III. und Johannes Philagathos im Vorfeld von dessen Rebellion benennen, insbesondere der Entzug der Abtei Nonantola durch den Kaiser, der eben nicht eine Reaktion auf das neue Gegenpapsttum darstellt, sondern ein Motiv zum endgültigen Bruch des Philagathos mit seinem kaiserlichen Schüler. Das eigentlich überraschende Faktum ist aber, daß die in ihrer Herrschaftsauffassung sehr anspruchsvolle Gestalt Ottos III. offenbar keine ideologische Konfrontation mit dem nicht minder selbstbewußten Basileios II. provozierte. Auch dies rechtfertigt es, die Bedeutung des Zweikaiserproblems gegenüber den zahlreichen politischen, territorialen und kirchenadministrativen Faktoren des Gegensatzes beider Seiten, welche beispielsweise in der Spätphase der Herrschaft Ottos I. und von 981-983 bei Otto II. unverkennbar hervortreten, zu relativieren. Daß das westliche Kaisertum also überhaupt in einem signifikanten Maße Gegenstand byzantinischer "Außenpolitik" geworden ist, das verdankt es zweifellos primär der territorialen Bindung an Italien. 
540 |a © 2002 by K. G. Saur Verlag GmbH, München und Leipzig 
773 0 |t Byzantinische Zeitschrift  |d Walter de Gruyter GmbH & Co. KG  |g 95/2(2003-04), 509-583  |x 0007-7704  |q 95:2<509  |1 2003  |2 95  |o BYZS 
856 4 0 |u https://doi.org/10.1515/BYZS.2002.509  |q text/html  |z Onlinezugriff via DOI 
908 |D 1  |a research article  |2 jats 
950 |B NATIONALLICENCE  |P 856  |E 40  |u https://doi.org/10.1515/BYZS.2002.509  |q text/html  |z Onlinezugriff via DOI 
950 |B NATIONALLICENCE  |P 100  |E 1-  |a Kolditz  |D Sebastian  |u Leipzig 
950 |B NATIONALLICENCE  |P 773  |E 0-  |t Byzantinische Zeitschrift  |d Walter de Gruyter GmbH & Co. KG  |g 95/2(2003-04), 509-583  |x 0007-7704  |q 95:2<509  |1 2003  |2 95  |o BYZS 
900 7 |b CC0  |u http://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0  |2 nationallicence 
898 |a BK010053  |b XK010053  |c XK010000 
949 |B NATIONALLICENCE  |F NATIONALLICENCE  |b NL-gruyter