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   <subfield code="a">Zum Wortschatz des Hospital des fols incurables (1620) von François de Clarier und dessen Bedeutung für die französische Sprache der Vorklassik</subfield>
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   <subfield code="a">Mit der nun vorliegenden Übersetzung des Hospidale de' pazzi incurabili (1586) ins Französische durch François de Clarier steht nun ein außergewöhnlich interessanter und bisher sprachhistorisch unbeachteter Text zur Verfügung. Der Theologe, Prediger und Augustinermönch Tomaso Garzoni (?-1589) stammte aus Bagnacavallo in der oberitalienischen Provinz Ravenna [Vorwort, 7], wobei über seine Vita nur wenige gesicherte Informationen vorliegen. Das Hospidale de' pazzi incurabili wurde vermutlich während eines Aufenthaltes in Treviso (Oberitalien) verfasst und 1586 in Venedig gedruckt [7]. Die zeitgenössische Rezeption war ausgesprochen positiv, und 12 Auflagen erschienen in kurzem Abstand im Laufe von nur dreißig Jahren. In diesem Werk wird in insgesamt 31 Kapiteln (discorso) eine populärwissenschaftliche Klassifizierung der diversen, zur damaligen Zeit bekannten Formen der Geisteskrankheiten vorgenommen, die thematisch je nach Temperament und als krankhaft eingeschätztem Verhalten der Patienten gegliedert ist [8]. Angesiedelt ist die Handlung in einer fiktiven Krankenanstalt, die in verschiedene Abteilungen und Zellen, die jeweils mit Emblemen verstehen sind, aufgeteilt ist [8], wobei es sich hier lediglich um eine literarische Fiktion handelt. Die Kranken sind bemerkenswerterweise von der Öffentlichkeit getrennt und in Zellen gesperrt [10]. Das Buch ist Bernardino Paterno, einem namhaften Gelehrten und Arzt der damaligen Zeit gewidmet, der an den Universitäten Pisa, Padua und Pavia dozierte [11]. Die Trennung zwischen Kranken und der &lt;&lt;gesunden&gt;&gt; Bevölkerung ist mentalitätsgeschichtlich insofern bedeutsam, als das Buch eine strikte soziale Trennung beider Kategorien propagiert [12], während diese Kranken in anderen Literaturen dieser Epoche noch gesellschaftliche Integration genossen [10-11]. Bei Garzoni wird der Kranke jedoch gleichzeitig zum Gegenstand der Erheiterung und der Faszination [15]. Garzoni verfügte höchstwahrscheinlich lediglich über ein begrenztes medizinisches Halbwissen [16-17] und dürfte nach dem heutigen Forschungsstand auch nicht mehr unkritisch als Vorreiter der modernen Psychiatrie betrachtet werden [18], wie dies bisher oft vertreten wurde. Im Hospidale [...] werden übrigens nicht nur Patienten, die psychiatrische Zustände erleiden, dargestellt, sondern auch Geisteskrankheiten, die strictu sensu nicht auf dauerndem Ausfall des geistigen Vermögens beruhen [20], wie z. B. bei gesellschaftlichen Außenseitern und ausgeprägten Eigenbrötlern. Auch die bisher unterstellte Originalität des Buches ist heute zu relativieren, da ein beachtlicher Teil der vom Autor verwendeten Quellen und Vorlagen bereits identifiziert wurde [21-24], wobei besonders die Officina des Joannes Ravisius Textor (Paris 1520) zu erwähnen ist, die massiv verwertet wurde. Im Hospidale [...] überzeugen und gefallen die lebendige Darstellung der volkstümlichen Charaktere, die souverän beherrschte Spannweite der sprachlichen Register, der latente satirische Unterton sowie die Lebendigkeit der Szenen aus dem Alltag, die oft im volkstümlichen Milieu wie Gasthäusern und Bauernhöfen, aber auch an Schule und Universität angesiedelt sind [30]. Das Buch hatte nicht nur in Italien, sondern auch im europäischen Ausland einen nachhaltigen Erfolg, der u. a. mit dem Gedankengut der Gegenreformation erklärbar ist [41], die in diesen unruhigen Zeiten alles Andersartige nicht nur im religiösen Bereich grundsätzlich mit Argwohn betrachtete. Bei der hier erschienenen Textausgabe wird die italienische Erstausgabe von 1586 wiedergegeben, die noch zu Lebzeiten des Autors beim Drucker Gian Battista Somascho in Venedig in quarto erschien [43]. Insgesamt zehn Ausgaben erschienen bis 1617, davon vier noch im Erscheinungsjahr [43].</subfield>
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