Michael Niehaus, Das Verhör. Geschichte - Theorie - Fiktion. 2003

Verfasser / Beitragende:
[Joachim Linder]
Ort, Verlag, Jahr:
2004
Enthalten in:
Arbitrium, 22/2(2004-11-28), 145-151
Format:
Artikel (online)
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520 3 |a Mit der Iteration im ersten Satz - "Ein Verhör ist ein Verhör ist ein Verhör" (S. 11) - stimmt der Bochumer Literaturwissenschaftler Michael Niehaus auf den Gang seiner Untersuchung ein, die den "Subjektpositionen im Strafverfahren" (S. 12) nachgeht, indem sie Konzeptionen des Verhörens aus unterschiedlichen rechtlichen und außerrechtlichen Kontexten rekonstruiert und dabei den Zeitraum von der Antike bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts umgreift. Das Verhör sperrt sich gegen eine Definition; im Bereich der Strafverfolgung kann es als pure Praxis erscheinen, die es ‚immer schon‘ gab, ohne explizit gesetzlich definiert zu sein. Der Part der Reflexion sei, so Niehaus, in der Hauptsache fiktionalen Darstellungen zugefallen: In der ‚schönen Literatur‘ und später im Film würden diejenigen Instanzen befragt, die sonst "die Fragen stellen", denn die "Rechtsgeschichte und die Kommunikationswissenschaft konnten das Bedürfnis nach einer solchen Untersuchung nicht verspüren, weil sich der Untersuchungsgegenstand aus ihrer Perspektive überhaupt nicht formiert" (S. 15). 
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