Andronikos Komnenos, Prinz Belthandros und der Zyklop. Zwei Glossen zu Niketas Choniates' Хϱονιϰὴ διήγησις

Verfasser / Beitragende:
[Niels Gaul]
Ort, Verlag, Jahr:
2004
Enthalten in:
Byzantinische Zeitschrift, 96/2(2004-04), 623-660
Format:
Artikel (online)
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520 3 |a Der erste Andronikos erwies sich unter jenen Kaisern, welchen auf dem Thron des byzantinischen Reiches nur eine kurze Zeitspanne beschieden war, als besonderer Liebling der Nymphe Echo. Geboren um 1120, tritt dieser kaiserliche Neffe und Ziehbruder eines Kaisers als eine im wahren Wortsinn changierende Gestalt des 12. Jahrhunderts vor unsere Augen. Zeitlebens war er der vornehmste Opponent seines Vetters, des Kaisers Manuel Komnenos (reg. 1143-1180); er verbrachte neun Jahre im Kerker (1154/55-Herbst 1164) und lebte nach abenteuerlicher Flucht für weitere fünfzehn Jahre in Verbannung (1164/65, 1166-1180). Als er spät im Jahr 1183 schließlich zum Basileus der Rhomäer avancierte, schreckte er vor dem Meuchelmord an seinem Neffen, dem jungen Kaiser Alexios, nicht zurück - um seinerseits kaum zwei Jahre später von Hand des konstantinopolitanischen Pöbels das wohl grausamste Ende zu finden, das jemals einem byzantinischen Autokrator zuteil wurde (September 1185): Das prophezeite AIMA der Komnenoi hatte sich erfüllt. Andronikos' kurze Tyrannis ist eingerahmt von den blutigen Ausschreitungen der Konstantinopolitaner wider die Lateiner (April 1182) und deren Nemesis, der normannischen Eroberung und Plünderung Thessalonikes (August 1185). Einige beherzte Maßnahmen seinerseits, groben Mißständen Abhilfe zu leisten, wurden bereits von den Zeitgenossen mit Lob bedacht. Die folgenden Glossen richten den Fokus allerdings vor allem auf jene Jahre, in denen odysseusgleiche Irrfahrten Andronikos bis hinauf in die Lande der Rus' (1164/65) und schließlich von Jerusalem über Damaskus und Bagdad nach Georgien führten (zwischen 1167 und 1180), ehe er in der Herrschaft der Saltuḳ-oġullari im nordöstlichen Winkel Kleinasiens, bei Koloneia (türk. Şebinkarahisar), Zuflucht fand. 
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