Thomas Althaus, Strategien enger Lebensführung. Das endliche Subjekt und seine Möglichkeiten im Roman des 19. Jahrhunderts. 2003

Verfasser / Beitragende:
[Eva Geulen]
Ort, Verlag, Jahr:
2004
Enthalten in:
Arbitrium, 22/1(2004-10-10), 78-81
Format:
Artikel (online)
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520 3 |a "Der Roman ist die Epopöe eines Zeitalters, für das die extensive Totalität des Lebens nicht mehr sinnfällig gegeben ist [...] und das dennoch die Gesinnung zur Totalität hat." Georg Lukács leitet aus diesem Widerspruch die einzigartige Gefährdung des Romans als einer Gattung ohne Kriterien ab. Nur im je neuen Entwurf und Vollzug seiner Form erfüllt der Roman sein Gesetz, das zugleich aber sein Scheitern fordert: Der Form muß die Totalität mißlingen. Dieses aporetisch angelegte Verständnis des Romans - als einer Gattungskrise entsprungen und als selbst krisenhafte Gattung - ist älter als Lukács' Theorie des Romans und gilt wesentlich ungebrochen bis heute. Als Krisengattung konnte der Roman zum Paradigma der Moderne avancieren, denn Moderne ist erst sekundär ein Epochenbegriff und meint zunächst immer Krise: der Totalität, des Sinns, des Subjekts, auch der Epoche. 
540 |a © Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2004 
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