Kai Kauffmann, Rudolf Borchardt und der ‚Untergang der deutschen Nation‘. Selbstinszenierung und Geschichtskonstruktion im essayistischen Werk. 2003

Verfasser / Beitragende:
[Jens Malte Fischer]
Ort, Verlag, Jahr:
2004
Enthalten in:
Arbitrium, 22/1(2004-10-10), 89-93
Format:
Artikel (online)
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520 3 |a Das Buch beginnt mit einem als Vorbemerkung deklarierten Paukenschlag. Einem Hinweis von Gerhard Schuster nachgehend hat der Verfasser herausgefunden, daß nicht etwa bereits Borchardts Großeltern väterlicherseits zum Christentum konvertierten, wie Borchardt selbst es dezidiert behauptete, wenn er diesen Prozeß nicht gar in noch grauere Vorzeiten verlegte (was bisher ungeprüft übernommen wurde), sondern erst die Eltern. Dies wirft in der Tat ein neues Licht auf Borchardts prekäres Verhältnis zum Judentum seiner Vorfahren; es läßt außerdem erkennen, daß die Verhaftung der Familie Borchardt in Italien 1944 unter den Auspizien einer möglichen "Volljude"-Deklaration für Borchardt nach NS-Terminologie zu sehen ist, beziehungsweise von ihm so gesehen werden mußte, mit den entsprechenden Konsequenzen, die dann durch eine verblüffende Wendung der Dinge nicht eintraten. 
540 |a © Max Niemeyer Verlag GmbH, Tübingen 2004 
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