Grundzüge eines Alternativ-Entwurfs zur europäischen Strafverfolgung
Gespeichert in:
Verfasser / Beitragende:
[Bernd Schünemann]
Ort, Verlag, Jahr:
2004
Enthalten in:
Zeitschrift für die Gesamte Strafrechtswissenschaft, 116/2(2004-08-01), 376-399
Format:
Artikel (online)
Online Zugang:
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| 520 | 3 | |a I. Die Ausgangsposition Wenn man sich anschickt, bei der Untersuchung der gegenwärtig ablaufenden Europäisierung der Strafrechtspflege von der Kritik zu Alternativvorschlägen, von der Dekonstruktion zur Konstruktion überzugehen, so gerät das in vergleichbaren Zusammenhängen beliebte Wort von der Quadratur des Kreises alsbald zum grotesken Unterstatement, denn bei jedem Versuch einer Lösung türmen, verzweigen und vervielfachen sich die Probleme, so als ob sich der Himalaya in ein Labyrinth verwandelt hätte, in dessen unauffindbarem Zentrum nicht Minotaurus, sondern eine Hydra zu erlegen wäre. Was ich hier namens einer kleinen und erst seit neun Monaten tätigen Arbeitsgruppe als "Grundzüge eines Alternativ-Entwurfs Europäische Strafverfolgung" vorstellen darf, ist deshalb weit davon entfernt, sich als ein alternatives "Corpus Juris" (im klassischen römischen Sinne) zu verstehen, sondern möchte nur als eine Momentaufnahme aus einer bescheidenen Werkstatt jene Diskussion über konkrete Lösungen anregen, die in einer Fülle scharfsinniger und elaborierter Debatten und Vorträge seit Jahren gefordert wird, aber noch nicht so recht in Gang gekommen ist, so daß die an sich Ehrfurcht gebietende europäische und speziell deutsche Strafrechtswissenschaft bis heute ein Zaungast der Entwicklung geblieben ist, dessen Aktivität sich auf interne "Reden und (nicht einmal) Majoritätsbeschlüsse" beschränkt, während man in Brüssel, wenn mir dieses für das Strafrecht nach meinem Empfinden gar nicht so unpassende Bild gestattet ist, eine zunehmend ausgeprägtere Neigung entwickelt für den "Einsatz von Eisen und Blut". | |
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