Kluft zwischen postulierter und realitätsbezogener Ergebnisqualität nach radikaler Prostatektomie

Verfasser / Beitragende:
[C. Hampel, F. Roos, J.W. Thüroff, A. Neisius]
Ort, Verlag, Jahr:
2015
Format:
Artikel (online)
ID: 605533466
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245 0 0 |a Kluft zwischen postulierter und realitätsbezogener Ergebnisqualität nach radikaler Prostatektomie  |h [Elektronische Daten]  |c [C. Hampel, F. Roos, J.W. Thüroff, A. Neisius] 
246 1 |a Gap between postulated and real outcome quality of radical prostatectomy 
520 3 |a Zusammenfassung: Hintergrund: Zertifizierte Prostatazentren proklamieren die Deckungsgleichheit von Prozess- und Ergebnisqualität ihrer Prostatakarzinombehandlung. Leitliniengetreue Therapie nach Vorstellung des Patienten in der interdisziplinären Konferenz und regelmäßig dokumentierte Nachsorge sind indes keine Garantie für eine gute Ergebnisqualität (Komplikationsfreiheit, Kontinenz, erektile Funktion, negative Absetzungsränder, biochemische Rezidivfreiheit), welche von nicht im Rahmen der Zertifizierung erfassten Faktoren maßgeblich beeinflusst wird. Diskussion: Ein Zusammenhang zwischen dem Überschreiten der Mindestoperationszahlen und einer Qualitätssicherung besteht, wenn überhaupt, nur vage und rechtfertigt auf keinen Fall die für die Zertifizierung notwendigen absoluten Zahlen. Obschon gute Messinstrumente für eine Pentafecta-Analyse zur Verfügung stünden, erschöpft sich die Erfassung der Ergebnisqualität des Zentrums funktionell in Fragebögen und onkologisch in der undifferenzierten Einforderung einer pT2R1-Rate von < 10 %. Schlussfolgerung: Die Gründe für diese systematische Ignorierung der für den Patienten doch so wichtigen Ergebnisqualität bei gleichzeitig überhöhter Aufmerksamkeit gegenüber der Standardisierung organisatorischer Verfahrensabläufe sind vielschichtig und reichen von der besseren Überprüfbarkeit der Prozessqualität über die unklaren Auswirkungen eines standardisierten Behandlungspfades auf die tatsächliche Operationsqualität bis hin zur Kapitulation vor statistischen und patientenbedingten Problemen bei der suffizienten Erfassung vergleichbarer funktioneller Operationsergebnisse. Es bleibt ein kaum auflösbares Dilemma, dass für den Prostatakarzinom-Patienten die Ergebnisqualität wichtiger ist als die Prozessqualität, während es sich beim zertifizierten Zentrum genau andersherum verhält. 
540 |a Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2015 
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